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Experimentelle Hepatologie (Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie)
Thema: Neuropsychologische Untersuchungen an Tiermodellen zur hepatischen Enzephalopathie
Information: Die hepatische Enzephalopathie (HE) ist ein neuropsychiatrisches Krankheitsbild, das in der Folge akuter und chronischer Lebererkrankungen auftritt. Die Symptomatik reicht von minimalen Beeinträchtigungen intellektueller und motorischer Fähigkeiten, Bewusstseinsstörungen, Veränderungen der Schlaf-/Wachregulation, bis hin zum Koma und ist in jedem Stadium der Erkrankung potentiell reversibel. Obgleich der Pathomechanismus noch unklar ist, besteht Einvernehmen darüber, dass die HE eine primäre Gliopathie mit sekundären Beeinträchtigungen neuronaler Funktionen ist. Ammoniak kommt für die Pathogenese der HE eine Schlüsselrolle zu. Nach gegenwärtiger Kenntnis führt Ammoniak zusammen mit anderen die HE auslösenden Faktoren zu einer Astrozytenschwellung und zur astroglialen Generierung von oxidativem Stress, die sich gegenseitig bedingen und im Rahmen eines autoamplifikatorischen Loops zur Ausprägung der Symptomatik beitragende Signale produzieren. Ein in kultivierten Astrozyten sowie in Astrozyten in vivo ausgeprägter Effekt ist die Tyrosin-Nitrierung von Proteinen. Das Dissertationsprojekt soll anhand HE-relevanter Tiermodelle (CCl4-induzierte Leberzirrhose, portocaval anastomosierte Ratten) die Frage untersuchen, in wieweit die Generierung von oxidativem Stress und die Tyrosin-Nitrierung von Proteinen für die Symptomatik der HE von Bedeutung ist. Hierzu soll der Effekt von Antioxidantien, die mit der Proteinnitrierung interferieren, auf bei diesen Tieren auftretende Veränderungen der Tag-/Nachtaktivitätsverteilung, der lokomotorischen Aktivität und des neuromuskulären Funktionszustandes bestimmt werden. Diese Verhaltensparameter werden in Bezug gesetzt zur zerebralen Protein-Tyrosin-Nitrierung, die durch Dotblot-Analyse quantifiziert und durch mikroskopische Analyse in ihrer Lokalisation erfasst werden soll. Der/die DoktorandIn wird einem interdisziplinärem Team aus NaturwissenschaftlerInnen und MedizinerInnen angehören und die Doktorarbeit in enger Kooperation mit anderen Projekten des Sonderforschungsbereichs durchführen. Eine anregendes wissenschaftliches Umfeld und eine intensive Betreuung sind gewährleistet.
Doktorvater: Prof. Dr. Dieter Häussinger
Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie

Ansprechpartner: Priv.-Doz. Dr. Freimut Schliess
Telefon: 0211-81-18941
email: Freimut.Schliess@uni-duesseldorf.de
Internet: http://www.uni-duesseldorf.de/sfb575

18.05.2004